Hüftchirurgie
Meine Tätigkeit in der Hüftchirurgie konzentriert sich auf die Hüftprothetik sowie auf die Abklärung und Behandlung von Beschwerden nach Hüftprothesen. Grundlage der Behandlung ist eine sorgfältige Beurteilung der Beschwerden, der klinischen Befunde und der Bildgebung.
Hüftschmerzen müssen dabei nicht immer ihren Ursprung im Hüftgelenk selbst haben. Auch Veränderungen der hüftnahen Sehnen und Muskulatur oder der Lendenwirbelsäule können ähnliche Beschwerden verursachen und werden bei der Beurteilung berücksichtigt.
Bei fortgeschrittener Hüftarthrose kann die Implantation einer Hüfttotalprothese sinnvoll sein, wenn Beschwerden und funktionelle Einschränkungen durch konservative Behandlung nicht mehr ausreichend beeinflusst werden können.
Bei der präoperativen Planung berücksichtige ich die individuelle Anatomie des Hüftgelenks und die Knochenqualität ebenso wie die Rekonstruktion der natürlichen Gelenkgeometrie. Auswahl, Positionierung und Art der Verankerung der Implantate sowie die Wahl der Gleitpaarung und des Hüftkopfes werden individuell auf die anatomischen und funktionellen Voraussetzungen abgestimmt. Entscheidend ist eine präzise und zugleich weichteilschonende operative Umsetzung.
Meine Ausbildung in der Hüftprothetik umfasste unterschiedliche operative Zugangswege. Seit 2008 verwende ich den direkten anterioren Zugang in der primären Hüftprothetik.
Dabei wird das Hüftgelenk über einen natürlichen Zugang zwischen den Muskelgruppen erreicht, ohne die für die Hüftfunktion wichtige Muskulatur vom Knochen abzulösen. Dies ermöglicht eine weichteilschonende Implantation und kann insbesondere in der frühen Phase nach der Operation zu einer rascheren funktionellen Erholung beitragen.
Neben dem direkten anterioren bin ich auch mit dem posterioren Zugang vertraut, sodass der Zugangsweg bei Bedarf an die individuelle Situation angepasst werden kann.
Auch nach Implantation einer Hüftprothese können Beschwerden oder funktionelle Einschränkungen andauern oder neu auftreten. Entscheidend ist zunächst eine sorgfältige Analyse der Ursachen. Dabei werden insbesondere Position und Verankerung der Prothese beurteilt. Abweichungen können die Stabilität, die Spannung der Weichteile und die Funktion der Muskulatur beeinflussen und Beschwerden verursachen.
Auch Schäden der Muskulatur und Sehnen können eine Rolle spielen. Zudem müssen mögliche Schmerzursachen ausserhalb des Hüftgelenks, beispielsweise an der Lendenwirbelsäule, berücksichtigt werden. Bei entsprechendem Verdacht ist eine Infektion der Prothese auszuschliessen.
Ziel ist es, die Ursache der Beschwerden möglichst genau zu erkennen und gezielt zu behandeln. Ist eine operative Korrektur notwendig, müssen je nach Befund einzelne oder sämtliche Prothesenkomponenten gewechselt werden.